Spendenkampagne : Mobile Hospital

Wir bauen ein mobiles Krankenhaus für Syrien und den Nordirak. Damit bringen wir medizinische Versorgung in schwer zugängliche Regionen, in denen Hilfe dringend nötig ist. Mit deiner Spende hilfst du uns, das mobile Krankenhaus noch im Januar ins Einsatzgebiet zu bringen.

Die Grafik gibt dir einen kleinen Überblick, was für das mobile Krankenhaus noch benötigt wird. Du kannst dir mit Hilfe der Animation deinen Spendenkorb befüllen oder direkt einen eigenen Betrag in das Spendenfeld eintragen. Den Betrag des Spendenkorbes kannst du nach unten oder oben korrigieren. Weitere Infos über unsere Motivation, das Einsatzkonzept und unser Vorankommen findest du unten unter "WARUM, WAS und WIE?".

WARUM

Wer in den letzten Monaten die Nachrichten über den Krieg in Syrien mitverfolgt hat kam an diesen Meldungen nicht vorbei: im Oktober 2015 wurde ein Krankenhaus in Samin bombardiert, im Februar 2016 ein weiteres von Ärzte ohne Grenzen geleitetes in Maarat al-Numan zerstört und Anfang Mai musste ein Krankenhaus in Aleppo seine Arbeit aufgrund massiver Zerstörungen einstellen. Zahlreiche Patienten und Personal fielen den Bomben zum Opfer.

Seit Beginn des Krieges sind gezielte Angriffe auf Gesundheitszentren, Krankenwägen und -häuser trauriger Bestandteil der Kriegsführung in Syrien. Ein Großteil der Bevölkerung ist von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Wir von CADUS möchten deswegen eine mobile Klinik für Nordsyrien und -irak aufbauen, um dynamisch Versorgungslücken in der Bevölkerung schließen zu können.

Medizinische Soforthilfe muss dringend geleistet werden: zerstörte Infrastruktur nach fünf Jahren Bürgerkrieg, ein humanitäres Embargo und eine steigende Anzahl von intern vertriebenen Menschen - so stellt sich in vielen Teilen Syriens die gegenwärtige humanitäre Lage dar. Die kurdisch kontrollierten Gebiete Syriens bilden dort leider keine Ausnahme, es mangelt vor allem an medizinischer Ausrüstung, Fachpersonal und einer konsequenten ärztlichen Versorgung außerhalb der großen Städte. Gleiches gilt für die Region Sinjar im Nordirak, der schwer zugänglichen Peripherie an der Frontlinie zum so genannten Islamischen Staat.

Der internationalen Staatengemeinschaft scheinen bisher jedoch Willen und Konzepte für die Region zu fehlen. Seit Beginn unseres Einsatzes im Norden Syriens und des Irak 2014 stand allerdings für uns fest, dass eine nachhaltige medizinische Grundversorgung im ersten Schritt nur über ein mobiles Konzept umzusetzen ist. Zu dynamisch waren 2014/15 noch die Frontverläufe, zu unklar ist bis heute, ob sämtliche Konfliktparteien medizinische Einrichtungen als Schutzbereiche respektieren. Gezielter Beschuss von Krankenhäusern hat sich in den letzten zwei Jahren als Taktik vor allem der syrischen und russischen Luftwaffe, aber auch türkischer Artillerieverbände etabliert. Der Zivilbevölkerung soll, so scheint es, jede Überlebensmöglichkeit genommen werden. Weitgehend verschont von Luftangriffen blieben bisher die kurdischen Kantone. Dafür fanden hier die erbitterten Kämpfe gegen den „IS“ und andere jihadistische Milizen statt, welche auf ihrem Rückzug sämtliche Krankenhäuser sorgsam entkernten, um das Material in ihre Einflussbereiche zu verbringen.

Das de facto Embargo der türkischen Regierung gegenüber den kurdischen Gebieten in Syrien hingegen verhindert einen Wiederaufbau der vorhandenen medizinischen Einrichtungen konsequent. Ein Röntgengerät oder eine OP-Lampe bekommt man eben nicht so leicht über die Grenze geschmuggelt. Solange bestehende Krankenhäuser entweder gezielt beschossen werden oder ihr Wiederaufbau unmöglich gemacht wird, müssen Menschen unnötigerweise weiter sterben und leiden.

Dem wollen wir zumindest im ersten Schritt für die kurdisch verwalteteten Gebiete Nordsyriens und des Iraks entgegenwirken.

Daher soll mit eurer Hilfe im Januar 2017 ein mobiles Krankenhaus in den Nordirak beziehungsweise nach Nordsyrien entsandt werden. Unser Konzept des mobilen Krankenhauses hat folgende Vorteile:

- Gewährleistung medizinischer Versorgung auch außerhalb der Städte; sei es die vernachlässigte Bevölkerung in ländlich schwer zugänglichen Gegenden als auch in den vielen Geflüchtetencamps.

- Flexible Reaktion auf sich ändernde Bedingungen wie z.B. Sicherheit, Naturkatastrophen oder die Notwendigkeit einer schnellen Impfkampagne.

- Autarkie. Das Krankenhaus wird im fertigen Zustand bis zu einem Monat ohne äußere Hilfe handlungsfähig sein.

- Ausbildungsgrundlage für medizinisches Personal. Wir wollen weiterhin Freiwillige zu Rettungssanitäter*innen ausbilden, wofür sich die Klinik als praxisnaher Ort anbietet.

Wir hoffen mit dem mobilen Krankenhaus Fluchtursachen zu bekämpfen, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände der syrisch/irakischen Bevölkerung zu leisten und ihnen zu ihrem Menschenrecht auf medizinische Versorgung zu verhelfen.

Mehr zu unserem Konzept und seinen Vorteilen erfährst du unter dem Menüpunkt 'Was'!

WAS

Unser Mobiles Krankenhaus ist ein Konzept mit drei Besonderheiten:

Konzeptionalisiert nach Geländegängigkeit und Autarkie

Das Krankenhaus ist darauf ausgelegt, mit einem Minimum an Transportvolumen ein Maximum an Effektivität zu gewährleisten. Wir können so Gegenden erreichen, wo sonst niemand (mehr) arbeitet. Außerdem können wir bei Veränderung der Bedürfnislage (zum Beispiel durch neu aufflammende Kampfhandlungen, Binnenmigration, etc.) die Lage des Krankenhauses so kurzfristig wie nötig verändern.

Durch unterstützende Einbindung regenerativer Energieversorgung und eigener Grauwasseraufbereitung kann das Krankenhaus bis zu einen Monat vollkommen autark arbeiten, was gerade in Syrien auf Grund der unklaren Nachschublage wichtig ist.

Unterstützt durch e-learning und Telemedizin

Das Krankenhaus wird der zukünftige Mittelpunkt unseres bereits bestehenden Ausbildungsprogramms für medizinisches Assistenzpersonal in Syrien sein. Das bestehende Konzept, Pflegekräfte und Sanitäter*innen auszubilden, haben wir noch erweitert.

Die Ausbildung wird zukünftig durch e-learning für alle Theorieaspekte unterstützt. So können die Mitarbeiter*innen im Gesundheitssystem zwischen ihren Praxiseinheiten ihr Wissen um den theoretischen Hintergrund selbst steuern und ständig wiederholen. Dem Problem mit mangelndem Internet vor Ort begegnen wir mit einem cloudbasierten Konzept, so dass trotz schlechter Netzqualität große Datenmengen an Lehrmaterial zur Verfügung gestellt werden können. CADUS wird damit auch der erste Provider für kurdisch-sprachige Lehrmaterialen für medizinische Assistenzberufe. Selbstverständlich werden die Lehrmaterialen aber auch auf arabisch zur Verfügung gestellt.

Begleitend startet das erste Telemedizinprojekt für zivile Helfer*innen in Kriegsgebieten. Unser Ziel ist es, dem Ärzt*innenmangel vor Ort soviel entgegen zu setzen wie möglich. Momentan finden sich nicht viele Menschen, die bereit sind, in Syrien vor Ort zu helfen, aber durch Einbindung moderner Technik können wir zumindest den verbliebenen Helfer*innen vor Ort weltweite Unterstützung durch fachlichen Rat geben. Fachärzt*innen verschiedenster Disziplinen arbeiten in einem Pool zusammen, um bei Fragen zu Notfällen und ernsthaften Erkrankungen die Helfer*innen in Syrien durch die Situation zu führen. Das Besondere daran: unser Telemedizin-Projekt erlaubt eine immediate response: Sobald ein Fall vor Ort durch eine*n Helfer*in eröffnet wird, wird fachliche Begleitung in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

Hospital in a box: Neukonzeptionalisierung von „mobile hospital“

Auf Grundlage von Seecontainern entsteht unser „Origami-Krankenhaus“. Raumerweiterungskonzepte und innovative logistische Lösungen zusammen mit günstigen Ausgangsmaterialien schaffen ein neues Konzept von „mobil“ in Bezug auf Krankenhaus. Generell ist zu mobilen Krankenhäusern zu sagen:

  1. Sie sind schneller einsetzbar als stationäre Bauvorhaben.
  2. Es muss nicht zwangsläufig ein endgültiger Standort gefunden werden, somit kannauf Migrationsbewegungen unterschiedlichsten Hintergrunds schnell und effektiv reagiert werden.
  3. Es ist möglich, mit geringem finanziellem Aufwand eine größere Region zu versorgen.

Momentan ist es so, dass mobile Krankenhäuser zum einen von Großorganisationen gestellt werden (IKRK, nationale Rotkreuzgesellschaften, MSF, Militär). Diese Großorganisationen müssen nicht besonders ressourcenorientiert planen, Logistik und Kosten spielen hier meist eine untergeordnete Rolle.

Zudem gibt es mobile Krankenhauskonzepte von Firmen für staatliche Institutionen und Organisationen. Das sind fertige Modulkonzepte, wie zum Beispiel ein fertiger OP in einem LKW. Diese Konzepte sind nicht für die Erstversorgung größerer Menschengruppen ausgelegt, extrem kostenintensiv und somit für kleinere NGOs und ärmere Regionen/Staaten unerschwinglich.

Genau diese Lücke soll das CADUS-Konzept füllen. Wir wollen ein finanzierbares Krankenhauskonzept erstellen, welches einen OP, ein Labor, bildgebende Diagnostik und 10 stationäre Behandlungsplätze vorhält.

Durch das Baukonzept mit Containern und dem modularen Aufbau der Autarkie- und Medizin-Module kann für jede Region der Welt ein kostengünstiges und nachhaltiges Krankenhauskonzept erstellt werden.

Auf Grund des günstigen Aufbaus und der Wechselbrückenkonstruktion kann das mobile Krankenhaus auch Herzstück eines Neubaus werden, in dem es Stück für Stück mit An- und Umbauten versehen wird.

WIE

Die Idee zu dem mobilen Krankenhaus kam dem Team von CADUS während der Aufenthalte in Syrien 2014 /2015. Nachdem die ersten Spenden gesammelt waren wurde der erste LKW angeschafft, ein ehemaliger Gerätewagen des THWmit Allradantrieb und großer Doppelkabine für das medizinische Team. Von Freund*innen aus Berlin wurde dazu ein ehemaliger Bundeswehr-Medic-Shelter gestiftet. In Eigenarbeit haben wir dann den alten Gerätekoffer vom LKW abgenommen, um Platz für den Medic Shelter zu schaffen. Außerdem haben wir Motor, Getriebe, Achsen, Bremsen etc. nochmal auf den neusten Stand gebracht. Aktuell wird noch letzte Hand am Innenausbau angelegt.

Der große Vorteil des Iveco Magirus Deutz liegt darin, dass auf Grund der relativ einfachen Technik sowohl hier als auch unterwegs und im Einsatzgebiet die meisten Reparaturen leicht selbst durchgeführt werden können.

Um diesen ersten LKW haben wir mittlerweile eine komplette mobile Infrastruktur versammelt:

- Rüstwagen plus Anhänger vom bayrischen Roten Kreuz, in dem alles Material in Flight Cases transportiert wird

- fünf schnell aufbaubare Zelte (Domos) als Versorgungs- und Behandlungsräume, eine Spende von More than Shelters

Aus den LKWs und Zelten kann vor Ort innerhalb weniger Stunden ein komplettes Krankenhaus aufgebaut werden. Im Januar wird das Mobile Hospital von Berlin in den Nordirak starten. Deine Spende ermöglicht die Fertigstellung des mobilen Krankenhauses und den Betrieb vor Ort.

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